1 BEVOR ES LOSGEHT
 
Du kennst die Welt des lebhaften Straßenverkehrs schon lang. Die Welt des Segelfliegens ist nicht schwieriger, aber anders. Du wirst dich schnell zu deiner Sicherheit an die Regeln beim Fliegen gewöhnen. In diesem Kapitel wird beschrieben, was du wissen muss, bevor du anfängst.
 

1.0 SICHERHEITSREGELN AUF DEM FLUGPLATZ

  • in alle Richtungen schauen, aber nicht auf das Handy!
  • nur HINTER startbereiten Flugzeugen gehen
  • Vorsicht bei Schleppseilen

IN ALLE RICHTUNGEN AUSSCHAUEN
Wenn du dich auf einem Flugplatz bewegst, gewöhne dich daran, nicht nur nach rechts und links zu schauen, sondern auch nach oben. Landende Segelflugzeuge hörst du nicht und sie können dir nicht ausweichen. Vor allem beim Überqueren der Start- und Landebahn muss der Blick in alle Richtungen zur Gewohnheit werden. Das Bedienen eines Handys während des Flugbetriebs führt dazu, dass du wichtige Dinge nicht mitbekommst. Du gefährdest dich selbst und auch andere.

SEGELFLUGZEUGE AN DER STARTSTELLE
Laufe niemals vor startbereite Segelflugzeuge. Auch wenn du den Start beobachten willst, stehst du hinter dem Flugzeug und auch nicht schräg davor.

SCHLEPPSEILE
Vorsicht bei Schleppseilen! Der Windenfahrer kann aus Versehen das falsche Seil einziehen oder das eine Seil kann das andere mitziehen. Stehe niemals in einer Seilschlaufe! Halte dich von Schleppseilen fern wenn du nicht der Einklinker bist.

TEAMSPORT
Das Segelfliegen ist ein Teamsport. Allein kommst du nicht in die Luft. Wenn jeder seinen Beitrag leistet und alle auf dem Flugplatz, im Hangar und im Clubhaus helfen, bleibt das Segelfliegen erschwinglich. Du bist Vereinsmitglied geworden, um das Segelfliegen zu lernen, aber du wirst schnell merken, dass du auch andere Dinge lernst, die für den Flugbetrieb nötig sind. Wenn du mithilfst, schnell reagierst, Aufgaben erkennst und nicht wartest, bis du gefragt wirst, läuft der Flugbetrieb flüssiger, es gibt weniger Wartezeiten und somit mehr Starts. Es macht dann einfach mehr Spaß!

FRAGEN
Durch Fragen wirst du schlauer! Dieser Sport ist eine andere Welt, die du am schnellsten kennenlernst, wenn du fragst. Wenn man dich bittet, etwas zu tun, was du noch nie gemacht hast, bitte jemanden, es vorzumachen und es dir zu zeigen. Bei flugtechnischen Fragen gehst du zum Fluglehrer, bei Fragen zum Flugbetrieb zum Startleiter oder Flugleiter.

 

1.1 FLUGLEHRER, FLUGLEITER UND STARTLEITER
Der Startleiter für Segelflug sorgt für Ordnung und Sicherheit an den Startstellen. Er regelt in Übereinstimmung mit dem Flugleiter den Ablauf der Startvorgänge. Die diensthabenden Fluglehrer sind für den Schulbetrieb, das Briefing und die Sicherheit verantwortlich.

Alle sonstigen am Flugbetrieb beteiligten Personen sind entsprechend ihrem Ausbildungsstand mitverantwortlich für die sichere Durchführung der Betriebsabläufe.

 

1.2 TRANSPORT AM BODEN
  • Wie schiebst du ein Segelflugzeug?

Segelflugzeuge werden zur Startstelle geschoben oder von einem Fahrzeug gezogen Das Segelflugzeug schieben wir meistens rückwärts.

 
Schiebe an der dicken Vorderkante der Tragflächen nahe am Rumpf. Drücke nicht auf die Hinterkanten der Tragflächen (Endleisten) und besonders nicht auf die Ruder! Beim Bodentransport werden die Hauben immer geschlossen.
Vermeide das Anfassen der Haube, dann bleibt sie sauber und die Durchsicht bleibt gut.
Ein „Flächenhelfer“ läuft an der Tragflächenspitze. Dieser steuert das Flugzeug und ist für den Transport verantwortlich. Er gibt klare Kommandos wie „schnauzwärts“ oder „schwanzwärts“.
„Halt Stopp“ bedeutet, das Flugzeug sofort zum Stillstand zu bringen. Bei Hindernissen läuft an beiden Tragflächenspitzen jemand mit, aber nur einer steuert.
 
ZIEHEN HINTER EINEM AUTO ODER TRAKTOR
Beim Ziehen hinter einem Zugfahrzeug, auch LEPO genannt, wird in die Schleppkupplung (Bug- oder Schwerpunktkupplung) eingeklinkt. Der Flächenhelfer läuft an der Tragflächenspitze. Wenn das Flugzeug kein abnehmbaren oder beweglichen Spornkuller hat, drückt jemand bei einer Kurve auf die Flugzeugnase, um das Flugzeugheck vom Boden wegzuhalten. Hat das Flugzeug einen Griff seitlich am hinteren Rumpfbereich, wird es dort angehoben. Auch auf geraden Strecken bleibt immer jemand am Rumpf, um abbremsen zu können, wenn es bergab geht oder wenn das Flugzeug das Zugfahrzeug überholen will.
Bevor der Lepo losfährt und das Seil straff wird, drehst du das Flugzeug so, dass die Nase Richtung Lepo zeigt. Der Fahrer des Zugfahrzeuges achtet ebenfalls darauf und fährt erst los, wenn das Flugzeug eingeschwenkt ist. Dies vermeidet ein schnelles Herumdrehen des Flugzeugs, während das Seil straff wird.

 

HÖHENRUDER FIXIEREN

Vor dem Bodentransport wird das Höhenruder am vorderen Steuerknüppel fixiert, damit es nicht dauernd auf und ab schlägt.

NICHT AUF DEM HAUPTRAD DREHEN!
Das Segelflugzeug wird gedreht während es sich bewegt. Wenn du im Stillstand auf der Stelle drehst, belastest du die Radbefestigung im Rumpf zu stark. Ohne Spornkuller drückst du beim Drehen auf die Flugzeugnase um das Flugzeugheck vom Boden weg zu halten, sonst werden die über den Sporn eingeleiteten Querkräfte am Rumpf zu hoch und er verwindet sich.

ZURÜCK AN DER STARTSTELLE
Hier stellen wir das Segelflugzeug so ab, dass es andere Flugzeuge nicht stört. Wir denken daran, dass sich die Tragflächen von abgestellten Segelflugzeugen durch Windböen auf und ab bewegen können. Um das zu vermeiden, beschwerst du die Tragflächenspitze an der dem Wind zugewandten Seite (Luvseite). Bei stärkerem Wind fahren wir auch noch die Luftbremsen aus und fixieren sie mit den Gurten. Der Spornkuller wird entfernt.

  
1.3 EINKLINKEN UND MITLAUFEN
 
  • Worauf müssen „Einklinker“ und Flächenhelfer unbedingt achten?
 
EINKLINKEN BEIM WINDENSTART
Kannst du mal eben einklinken? Diese Worte wirst du oft hören. Mach es erst wenn ein anderer dir dieses genau gezeigt hat
 
 Windenseilausstattung
 
Als Einklinker musst du das Windenseil (1), den Seilfallschirm (2), das Vorseil (3) und die Sollbruchstelle (4) und das Doppelringpaar (5) kennen.

 

Folgendes ist zu beachten:

  1. Alle nicht benötigten Seile werden mindestens 15 Meter straff neben das startbereite Flugzeug gezogen.
  2. Bevorzugt zuerst das dem Wind abgewandte (leeseitige) Seil nutzen.
  3. Klinke NIE ein, solange der Windenfahrer noch ein anderes Seil einzieht. Erst wenn das Blinklicht auf der Winde aus ist, befestigst du den Seilfallschirm an dem Seil, welches an der Reihe ist, und ziehst dieses Seil vor das zu startende Flugzeug. Der Raum vor dem startenden Flugzeug muss frei sein.
  4. Achte darauf dass das Vorseil so liegt, dass keine Schlaufe gezogen werden kann und achte auf die richtige Sollbruchstelle.
  5. Den Startcheck des Piloten nicht stören!
  6. Der Pilot signalisiert mit Handzeichen oder deutlichem „Fertig“ seine Bereitschaft zum Einklinken an.
  7. Du zeigst dem Pilot die Farbe der Sollbruchstelle und gehst an die Schwerpunktkupplung.
  8. Mit dem Kommando „AUS“ zieht der Pilot den gelben Ausklinkgriff und öffnet damit die Kupplung.
    Der Einklinker steckt den kleinen Ring des Doppelringpaars am Vorseil in die Kupplung. Mit dem Kommando „EIN“ lässt der Pilot den Ausklinkgriff los und schließt damit die Kupplung. Jetzt sitzt der kleine Ring in der Kupplung fest.
    Alle Kommandos werden wiederholt.
  9. Zur Kontrolle ziehst du nun das Seil nach vorne straff.
 
 
 Vorbereitung zum Windenstart
 
SOLLBRUCHSTELLEN
Um Überlastungen zu vermeiden verwenden wir zwischen dem Schleppseil und dem Segelflugzeug eine Sollbruchstelle. Bei zu großen Kräften bricht diese Sollbruchstelle.
Es gibt unterschiedliche Bruchlastgruppen in verschiedenen Farben. Im Flughandbuch des Flugzeugs steht, welche Sollbruchstelle beim Windenstart oder beim Schlepp hinter Luftfahrzeugen benutzt werden muss.
 
Beispiele für den Windenstart:
 
Bruchlastgruppe Farbe Nennbruchlast (daN)
1 Schwarz 1000 (z.B. ASK 21)
2 Braun 850
3 Rot 750  (z.B. LS 4)
4 Blau 600  (z.B. ASK 23)
 
 
DER FLÄCHENHELFER
Er wartet, bis der Pilot seine Startbereitschaft signalisiert.
 
 
 "Fertig"
  1. Achte darauf, dass sicher gestartet werden kann. Die Startstrecke und der Luftraum über der Winde und dem Start müssen frei sein!
    Ist alles OK halte die Tragfläche an der Flächenspitze waagerecht und strecke den Arm hoch.
    Ist alles OK halte die Tragfläche an der Flächenspitze waagerecht und strecke den Arm hoch.
  2. Sobald das Windenseil straff ist, wird der Arm waagerecht gehalten.
  3. Das Flugzeug bewegt sich und du nimmst den Arm zügig nach unten. Das Flugzeug beschleunigt und du läufst ein paar Schritte mit ohne die Tragfläche zurückzuhalten oder zu schubsen.
STARTABBRUCH
Wenn es während des Straffziehens des Windenseils ein Problem gibt muss mehrfach laut „HALT STOPP“ gerufen werden und der Pilot klinkt sofort aus.
 
EINKLINKEN BEIM SCHLEPPSTART HINTER LUFTFAHRZEUGEN
Der Start erfolgt wenn Schleppflugzeug und Segelflugzeug startbereit sind. Ein Segelflugzeug soll beim Schleppstart hinter Luftfahrzeugen grundsätzlich nur mittels Bugkupplung geschleppt werden. Der Gebrauch anderer Kupplungen richtet sich nach dem Flughandbuch.
Die Kommandos beim Einklinken sind die gleichen wie beim Windenstart.
Für die Verständigung mit dem Schlepppiloten sind Winkzeichen mit der Hand oder mit Wink-Flaggen oder -Scheiben erforderlich.
Der Winker steht mit erforderlichem Abstand seitlich in Sicht des Schlepppiloten
 
 
Luftfahrzeugschlepp mit einem Reisemotorsegler
 
Bei einem Schleppstart hinter Luftfahrzeugen dauert es viel länger als bei einem Windenstart, um das Segelflugzeug auf Geschwindigkeit zu bringen. Der Flächenmann muss also länger und schneller mitlaufen.
 
  STARTABBRUCH
Auch beim Schleppstart hinter Luftfahrzeugen kann es einen Startabbruch geben, z.B. beim Überrollen des Schleppseils (s.o.). Dann kreuzt der Winker sofort beide Arme und der Pilot klinkt aus.
 
1.4 WINDENSEILE AUSZIEHEN
Erst wenn du dich besser beim Segelflugbetrieb auskennst, fährst du ein paarmal mit dem Seilrückholer mit, um dir das Ausziehen zeigen zu lassen. Fahre immer in der Kabine mit; dort bist du gegen abreißende Seile geschützt. Das gleiche gilt auch für den Aufenthalt auf der Seilwinde.
 
 
1.5 STARTSCHREIBER
Jeder Flug wird in einer Startliste eingetragen. Welche Namen und Daten notiert werden müssen erkennst du an der Liste.
 
1.6 DAS WETTER AM FLUGPLATZ
 
  • Bei welchen Wetterbedingungen kannst du Segelfliegen?
Bei welchen Wetterbedingungen kannst du Segelfliegen?
Nach einiger Zeit unter den Segelfliegern lernst du einiges vom Wetter. Anfangs wirst du gemeinsam mit dem Fluglehrer beurteilen, ob die Wetterbedingungen einen Segelflugbetrieb zulassen.

 

Bei Regen wird nicht geflogen. Ein einzelner Schauer macht nichts aus, aber bei Gewittern wird das Segelfliegen rechtzeitig beendet.

Wettervorhersagen für den Luftsport findest du im Internet beim Deutschen Wetterdienst (DWD).

www.dwd.de
Fachnutzer > Luftfahrt > Flugwetterprodukte

1.7 MEDIKAMENTE
Medikamente können deine Flugtauglichkeit einschränken. Dein Fliegerarzt kann dir darüber Auskunft geben.
 

Der I’M SAFE Scheck 

         Du fliegst nicht:
  Illness
  • bei Erkältung
M   Medicine   
  • nach Einnahme von Medikamenten, die die Flugtauglichkeit einschränken
  • nach einer Betäubung beim Zahnarzt
S   Stress
  • bei Stress oder Emotionen
A   Alcohol
  • unter Alkoholeinfluss 
  • bei Gebrauch von Drogen
F   Fatigue
  • bei Ermüdungserscheinungen
E   Eating
  • bei ungenügendem Essen und Trinken
 
 
SONNENBRILLE, SONNENHUT, GETRÄNKE
Du musst während eines ganzen Tages auf dem Flugplatz in guter Kondition bleiben. Trinke genügend Wasser, vor allem an warmen Tagen.
Trage eine gute Sonnenbrille. Die Sonne blendet stark.
Trage immer deinen Fliegerhut. Dieser ist normalerweise weiß; vorne im Doppelsitzer kannst du einen farbigen nehmen. Der reflektiert weniger in der Haube und der Fluglehrer hat vom hinteren Sitz eine bessere Sicht.
 
Das Sonnenbad am Start ist vielleicht ganz schön, kann aber auch gefährlich werden. Halte deinen Oberkörper bedeckt; freie Körperteile unbedingt mit Sonnenschutz eincremen. Die Flugzeughaube schützt nicht gegen UV-Strahlung. Setze dich nach einem Sonnenbad nicht sofort zum Fliegen ins Flugzeug. Wenn du bei sehr heißem Wetter im Segelflugzeug sitzt und auf das Einklinken warten musst, halte die Haube offen, solange noch nicht eingeklinkt ist. Die Temperatur steigt in einem stehenden Segelflugzeug bei geschlossener Haube sehr schnell an.
 
1.8 DOKUMENTE
Bringe immer deine Dokumente mit zum Start. Das sind:
  • Flugbuch
  • Ausbildungsnachweis
  • gültiges Medical, falls bereits vorhanden
1.9 DIE BAUTEILE EINES SEGELFLUGZEUGES
 

1.9A AUSSENSEITE MIT DEN STEUERFLÄCHEN
Hier ist die Zeichnung eines modernen Kunststoff-Doppelsitzers. Dieses Flugzeug ist das Ergebnis der Flugzeugbaukunst von vielen Jahren.

Kunststoffdoppelsitzer 
Die Schleppkupplungen
An der Nase des Rumpfes ist die Öffnung für die Bugkupplung, die wir beim Schleppstart hinter Luftfahrzeugen benutzen. Wenn du im Cockpit am gelben Griff ziehst, dann öffnet sich die Kupplung. Unter dem Rumpf ist die Schwerpunktkupplung, die wir beim Windenstart benutzen. Beide Kupplungen öffnen sich mit dem gleichen gelben Griff (Bild 19B Das Cockpit).
 
 Die Schleppkupplungen
Cockpithauben
Die Hauben des Segelflugzeugs sind aus Plexiglas und kosten einige tausend Euro. Verschmutzte Hauben reinigst du mit einem geeigneten Tuch und mit viel Wasser. Dieses Tuch benutzt du nur für die Hauben und du sorgst dafür dass es sauber bleibt. Wenn du mit einem schmutzigen oder trockenen Tuch putzt, dann verkratzt du die Hauben. Am Fenster ist die Haube sehr empfindlich.
Die Schleppkupplung darf niemals durch das Haubenfenster sondern nur bei geöffneter Haube entriegelt werden. So ist schon manche Haube beschädigt worden. Die Haube öffnest du an einem Griff oder am stabilen unteren Rand, aber niemals am Rand des Fensters.
 
Fahrwerk
Ein Schuldoppelsitzer hat meistens ein Bugrad, ein Hauptrad und ein Spornrad. Wenn du dich vorne hineinsetzt, dann senkt sich das Flugzeug auf das Bugrad und der Sporn hebt sich vom Boden. Bei der Landung setzt das Flugzeug mit dem Haupt- und Spornrad gleichzeitig auf den Boden auf. Beim Weiterrollen und abnehmender Rollgeschwindigkeit senkt sich das Bugrad wieder auf den Boden.
 
Tragflächen
Die meisten modernen Segelflugzeuge sind aus Kunststoff. In der Tragfläche ist ein sehr starker Holm, der bis in den Rumpf durchgeht. Im Rumpf werden beide Tragflächen sowohl miteinander als auch fest mit dem Rumpf verbunden. Die Flächennase ist recht dick und kräftig, die Hinterkante ist dünn und empfindlich. Wenn du die Ober- und Unterseiten betrachtest, dann siehst du dass die Unterseite recht flach ist und die Oberseite deutlich nach oben gewölbt ist.
 
 Die Tragfläche mit Kastenholm
 
Die Ruder und Luftbremsen eines Segelflugzeuges 
 
Leitwerk
Das Heck des Flugzeugs besteht aus einem vertikalen und einem horizontalen Teil. Das horizontale Teil ist das Höhenleitwerk und besteht aus dem festen Teil (Höhenflosse) und dem beweglichen Höhenruder.
Der vertikale Teil ist das Seitenleitwerk das aus der unbeweglichen Seitenflosse und dem beweglichen Seitenruder besteht.
 
Höhenruder
Die Bedienung des Höhenruders erfolgt mit dem Steuerknüppel und somit mit deiner Hand. Drückst du nach vorne, schlägt das Ruder nach unten aus, die Nase des Flugzeugs senkt sich und du wirst schneller. Ziehst du den Steuerknüppel nach hinten, hebt sich die Flugzeugnase und du wirst langsamer.

 

Seitenruder
Dieses betätigst du mit den Füßen. Trittst du in das rechte Seitenruderpedal dreht die sich Flugzeugnase nach rechts, trittst du in das linke Pedal erfolgt eine Drehung nach links. So kannst du zusammen mit dem Querruder eine Kurve zu fliegen.

Querruder
Sie sind außen an den Tragflächen. Bewegst du den Steuerknüppel nach rechts, werden das rechte Querruder nach oben und das linke nach unten ausschlagen. Dadurch nimmst du die gewünschte Querneigung nach rechts ein. Das ist für eine Kurve erforderlich. Querruder schlagen immer gegenläufig aus.

 

Luftbremsen
Die Luftbremsen werden bei der Landung benutzt. Sie wirken gleichzeitig an beiden Seiten, vergrößern den Luftwiderstand und verringern den Auftrieb, wodurch du schneller sinken kannst. Bei der Landung kannst du so den Aufsetzpunkt ansteuern.

  
1.9B DAS COCKPIT
 
 Das Segelflugzeugcockpit
 
1.Haubenfenster
2. Haubenverschluss (weiß)
3. Luftbremsen blau
4. Trimmung grün
5. Steuerknüppel
6. Haubennotabwurf (rot)
7. Mikrofon
8. Haubenfaden
9. Kompass
10. Lüftung
11. Seitenruderpedaleinstellung
12. Fahrtmesser
13. Höhenmesser
14. Variometer

15. Flarm
16. Funkgerät
17. Transponder
18. Ausklinkgriff (gelb)
19. Seitenruderpedale
20. Hauptschalter

21. Seitentasche

 

 
Die Bedienungshebel können je nach Segelflugzeugtyp unterschiedlich geformt und angeordnet sein. Die Farbe ist vorgeschrieben und immer gleich.
 
INSTRUMENTE
Hier wird die Wirkungsweise der Instrumente auf einfache Weise erklärt:
 
Fahrtmesser zeigt die Geschwindigkeit gegenüber der Luft an und nicht gegenüber dem Boden, über den du gerade fliegst. Wenn wir gegen den Wind fliegen und der Fahrtmesser zeigt 85 km/h an, dann ist das die Geschwindigkeit gegenüber der umgebenden Luft. Die Geschwindigkeit gegenüber dem Boden ist in diesem Fall kleiner. Auf dem Fahrtmesser siehst du Farbmarkierungen:
 

1. Grüner Bereich: Dein normaler Geschwindigkeitsbereich
2. Gelber Bereich: Aufpassen, keine vollen Ruderausschläge, besonders bei Turbulenz
3. Roter Strich: Höchstgeschwindigkeit, darfst du nie überschreiten
4. Gelbes Dreieck: Landeanfluggeschwindigkeit bei besten Bedingungen

 

 
Der Höhenmesser arbeitet wie ein Barometer: Je höher du kommst, desto geringer wird der Luftdruck. Er zeigt die zu dem Luftdruck gehörend Höhe in Meter an. Mit dem Drehknopf links unten wird der Höhenmesser vor dem Start typischerweise auf Platzhöhe eingestellt. (Im Bild werden 620 m angezeigt.)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 Die Variometer zeigen an, ob das Flugzeug steigt oder sinkt. Sie reagieren auf Luftdruckunterschiede. Zeiger nach oben zeigt Steigen an, Zeiger nach unten bedeutet Sinken. 
 
 
Links ist ein mechanisches Vario mit McCready-Ring (Sehe 4.19B), rechts ein elektronisches Variometer mit akustischem Signal. Beide Variometer zeigen ca. 1,2 m/sec Steigen an.
 
Der Kompass zeigt die Richtung an.

360° oder 0° ist Nord,
90° ist Ost,
180° ist Süd und
270° ist West.
 
Dieser Kompass zeigt 265° an.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Das Funkgerät benutzt du zur Sprechfunkverbindung mit der Bodenstation oder mit anderen Flugzeugen. Es ist auf eine festgelegte Frequenz eingestellt, hier 123.355 MHz. Sobald du die Sendetaste drückst, funktioniert das Mikrofon und du sendest.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Der Haubenfaden zeigt an, wie das Flugzeug angeströmt wird. Wenn der Faden gerade auf dich zeigt, dann ist der Luftwiderstand am geringsten und du verlierst so wenig wie möglich an Höhe. Wenn schiebend geflogen
wird, z.B. mit der Nase nach links, dann weht der Faden nach links und der Widerstand erhöht sich und dein Segelflugzeug sinkt stärker.
 
 
 Der Transponder sendet einen Code. So können die Luftverkehrskontrolle oder andere Flugzeuge die Position und Höhe des Flugzeugs feststellen. Für Flüge nach Sichtflugregeln (VFR) wird der Transpondercode normalerweise auf 7000 eingestellt. In Deutschland existiert keine generelle Transponderpflicht für Segelflugzeuge.
 

 

 

 

 

 

 

 
 
Das FLARM ist ein Kollisionswarngerät, das in den meisten Segelflugzeugen Verwendung findet. Es bleibt immer eingeschaltet. Wichtig ist, dass es kein Ersatz für die Luftraumbeobachtung ist. Das Gerät besteht aus einem Empfänger, der die Position anderer Flugzeuge mit FLARM anzeigt und einem Sender, der anderen FLARM-Empfängern die eigene Position mitteilt. Am Display kannst du ablesen, wo sich andere Flugzeuge in der Umgebung befinden. Außerdem gibt es noch eine akustische Warnung. Lasse dich aber nicht vom Blinken und Piepsen beim Ausschauen nach anderen Flugzeugen ablenken!
 
 
 
Die Instrumente zeigen folgendes an: das Flugzeug fliegt mit einer Geschwindigkeit von 80 km/h in 560 m Höhe, weder steigt es noch sinkt es. Das FLARM-Instrument oben auf dem Instrumentenbrett sendet die eigene Position, empfängt die Position anderer Flugzeuge und ist eine Hilfe zur Kollisionswarnung.