4.6 FLIEGEN IN BEWEGTEN LUFTMASSEN

FLIEGEN IN EINER LUFTMASSE
Um den Windeinfluss auf ein Segelflugzeug zu verstehen kannst du dir die Überquerung eines Flusses mit einer Fähre vorstellen. Das Schiff richtet bei seinem Weg über den Fluss den Bug gegen die Strömung aus (vorhalten), um über Grund den Fluss gradlinig zu überqueren (Kurs halten); andernfalls würde die Fähre abgetrieben (Abdrift).

KURSHALTEN BEI SEITENWIND (horizontal bewegte Luftmasse) 
Bei Wind bewegt sich die ganze Luftmasse über den Boden. Der Pilot bemerkt das nur wenn er zum Boden schaut. Gegen den Wind kommst du nur langsam voran. Mit dem Wind geht der Boden schneller unter dir hindurch und deine Fluggeschwindigkeit erscheint dir höher. Wenn man quer zum Wind fliegt, wird man gegenüber dem Boden zur Seite versetzt (siehe Fähre). Wenn du also parallel zu einer Straße fliegst, die quer zur Windrichtung liegt, erkennst du schnell, wie du zusammen mit der Luftmasse seitlich versetzt wirst.

Wenn du quer zum Wind fliegst, wirst du gegenüber dem Boden zur Seite versetzt.

VORHALTEN GEGEN DEN WIND
Um dem geplanten Kurs über Grund zu folgen und nicht vom Wind versetzt zu werden, richtest du das Flugzeug gegen den Wind aus. Das ist der Vorhaltewinkel, den du dir erfliegen musst.

Du fliegst in einem Winkel zum Kurs über Grund und überprüfst, ob du genügend vorgehalten hast und du in die vorgesehene Richtung fliegst.

 

 

FLIEGEN IN DER THERMIK (vertikal bewegte Luftmasse)

Beim Fliegen in der Thermik fliegst du in einer Luftmasse, die sich nach oben bewegt. Du hast gelernt, dass ein Segelflugzeug ständig sinkt. Steigt die umgebende Luft (Thermik) schneller nach oben als das Segelflugzeug sinkt, zeigt dein Variometer Steigen an und deine Höhe nimmt  zu.
Beim Fliegen in sinkender Luftmasse ist es umgekehrt. Du sinkst mit der normalen Sinkgeschwindigkeit des Flugzeugs plus der Sinkgeschwindigkeit der Luftmasse. Das Variometer zeigt dann Sinken an. Aus so einer Luftmasse fliegt man am besten schnell weg.