1 BEVOR ES LOSGEHT
 
Du kennst die Welt des lebhaften Straßenverkehrs schon lange. Die Welt des Segelfliegens ist nicht schwieriger, aber anders. Du wirst dich schnell zu deiner Sicherheit an die Regeln beim Fliegen gewöhnen. In diesem Kapitel wird beschrieben, was du wissen musst, bevor du anfängst.

 

1.0 SICHERHEITSREGELN AUF DEM FLUGPLATZ

  •    In alle Richtungen schauen, NICHT auf das Handy!
  •    Nur HINTER startbereiten Flugzeugen vorbeigehen!
  •    Vorsicht mit Schleppseilen!

IN ALLE RICHTUNGEN AUSSCHAU HALTEN
Wenn du dich auf einem Flugplatz bewegst, gewöhne dich daran, nicht nur nach rechts und links zu schauen, sondern auch nach oben.
Landende Segelflugzeuge hörst du nicht, und sie können dir nicht aus- weichen. Vor allem beim Überqueren der Start- und Landebahn muss der Blick in alle Richtungen zur Gewohnheit werden.
Das Bedienen eines Handys während des Flugbetriebs führt dazu, dass du wichtige Dinge nicht mitbekommst. Du gefährdest dich selbst und auch andere.

SEGELFLUGZEUGE AN DER STARTSTELLE
Laufe niemals vor startbereite Segelflugzeuge!. Auch wenn du den Start beobachten willst, bleibst du hinter dem Flugzeug, und auch nicht schräg davor.

SCHLEPPSEILE
Vorsicht mit Schleppseilen!
Der Windenfahrer kann aus Versehen das falsche Seil einziehen oder das eine Seil kann das andere mitziehen. Stelle dich niemals in eine Seilschlaufe! Halte dich von Schleppseilen fern, wenn du nicht der Einklinker bist.

TEAMSPORT
Segelfliegen ist ein Teamsport. Allein kommst du nicht in die Luft. Wenn jeder seinen Beitrag leistet und alle auf dem Flugplatz, im Hangar und im Clubhaus helfen, bleibt das Segelfliegen erschwinglich.
Du bist Vereinsmitglied geworden, um das Segelfliegen zu lernen, aber du wirst schnell merken, dass du auch andere Dinge lernst, die für den Flugbetrieb nötig sind. Wenn du mithilfst, schnell reagierst, Aufgaben erkennst und nicht wartest, bis du gefragt wirst, läuft der Flugbetrieb flüssiger, es gibt weniger Wartezeiten und somit mehr Starts. Es macht dann einfach mehr Spaß!

FRAGEN
Durch Fragen wirst du schlauer! Dieser Sport ist eine andere Welt, die du am schnellsten kennenlernst, wenn du fragst. Wenn man dich bittet, etwas zu tun, was du noch nie gemacht hast, bitte jemanden, es vorzumachen und es dir zu zeigen. Bei flugtechnischen Fragen gehst du zum Fluglehrer, bei Fragen zum Flugbetrieb zum Startleiter oder Flugleiter.

1.1 FLUGLEITER, STARTLEITER UND FLUGLEHRER
Der Flugleiter ist verantwortlich für den Ablauf des gesamten Flugbetriebs. Der Startleiter für Segelflug sorgt für Ordnung und Sicherheit an den Start- stellen. Er regelt in Übereinstimmung mit dem Flugleiter den Ablauf der Startvorgänge. Die diensthabenden Fluglehrer sind für den Schulbetrieb, das Briefing und die Sicherheit verantwortlich. Alle sonstigen am Flug- betrieb beteiligten Personen sind entsprechend ihrem Ausbildungsstand mitverantwortlich für die sichere Durchführung des Betriebs.

 

1.2 TRANSPORT AM BODEN
 
   ➢  Wie schiebst du ein Segelflugzeug?
 
Segelflugzeuge werden zur Startstelle geschoben oder von einem Fahrzeug gezogen. Das Segelflugzeug wird normalerweise rückwärts geschoben
 
 
Schiebe an den dicken Vorder- kanten der Tragflächen nahe am Rumpf (Flügelnasen). Drücke nicht auf die Hinterkanten der Tragflächen (Endleisten), und besonders nicht auf die Ruder!
Beim Bodentransport werden die Hauben immer geschlossen.Vermeide das Anfassen der Haube,
dann bleibt sie sauber und die Durchsicht bleibt gut. Ein Flächenhelfer läuft an der Tragflächenspitze. Er steuert das Flugzeug, ist für den Transport verantwort- lich und gibt klare Kommandos wie schnauzwärts oder schwanzwärts. Halt Stopp bedeutet, das Flugzeug ist sofort zum Stillstand zu bringen. Bei Hindernissen läuft an beiden Tragflächenspitzen jemand mit, aber nur einer steuert.
 
HÖHENRUDER FIXIEREN
Vor dem Bodentransport wird das Höhenruder über den vorderen Steuer- knüppel fixiert, damit es nicht dauernd auf und ab schlägt.
 
 
ZIEHEN HINTER EINEM AUTO ODER TRAKTOR
Beim Ziehen hinter einem Zugfahrzeug, auch LEPO genannt, wird ein Seil in die Schleppkupplung (Bug- oder Schwerpunktkupplung) eingeklinkt. Der Flächenhelfer läuft an der Tragflächenspitze.
 
 
Wenn kein Spornkuller benutzt wird, drückt jemand bei jeder Kurve auf die Flugzeugnase, um den Sporn vom Boden abzuheben. Hat das Flugzeug einen seitlichen Griff im hinteren Rumpfbereich, wird es damit angehoben. Auch auf geraden Strecken bleibt immer jemand am Rumpf, um abbremsen zu können, wenn es bergab geht oder wenn das Flugzeug das Zugfahrzeug überholen will. Bevor der Lepo losfährt und das Seil straff wird, drehst du das Flugzeug so, dass die Nase in Richtung Lepo zeigt.
Der Fahrer des Zugfahrzeuges achtet ebenfalls darauf und fährt erst los, wenn das Flugzeug eingeschwenkt ist. Dies vermeidet ein schnelles Drehen des Flugzeugs, wenn das Seil straff wird.
 

NICHT AUF DEM HAUPTRAD DREHEN!
Das Segelflugzeug wird gedreht, während es sich bewegt. Wenn du es im Stillstand auf der Stelle drehst, gräbt sich das Flugzeug im weichen Boden ein und du belastest die Radbefestigung im Rumpf unnötig. Ohne Spornkuller drückst du beim Drehen auf die Flugzeugnase, um den Sporn vom Boden weg zu halten, damit er geschont wird.

ZURÜCK AN DER STARTSTELLE
Hier stellen wir das Segelflugzeug so ab, dass es andere Flugzeuge nicht stört. Wir denken daran, dass sich die Tragflächen von abgestellten Segelflugzeugen durch Windböen auf und ab bewegen können. Um das zu vermeiden, beschwerst du die Trag- flächenspitze an der dem Wind zugewandten Seite (Luvseite). Bei stärkerem Wind fahren wir auch noch die Luftbremsen aus und fixieren sie mit den Gurten. Der Spornkuller wird entfernt.

  
1.3 EINKLINKEN UND MITLAUFEN
 
   ➢  Worauf müssen Einklinker und Flächenhelfer achten?
 
EINKLINKEN BEIM WINDENSTART
Kannst du mal eben einklinken? Diese Worte wirst du oft hören. Mach es erst, wenn ein anderer dir dies genau gezeigt hat!
 
 Windenseilausstattung
 
Als Einklinker musst du das Windenseil (1), den Seilfallschirm (2), das Vorseil (3), die Sollbruchstelle (4) und das Doppelringpaar (5) kennen.

 

FOLGENDES IST ZU BEACHTEN:

  1. Alle nicht benötigten Seile werden mindestens 2 Meter straff neben
    die Flügelspitze des startbereiten Flugzeugs gezogen; der Seilfallschirm
    wird bzw. bleibt abgekuppelt.
  2. Bevorzugt zuerst das dem Wind abgewandte (leeseitige) Seil nutzen.
  3. Klinke NIE ein, solange der Windenfahrer noch ein anderes Seil einzieht.
    Erst wenn das Blinklicht auf der Winde aus ist, befestigst du den Seil- fallschirm an dem Seil, welches an der Reihe ist, und ziehst dieses Seil vor das zu startende Flugzeug. Der Raum vor dem startenden Flugzeug muss frei sein.
  4. Achte darauf, dass das Vorseil so liegt, dass sich keine Schlaufe bilden kann und achte auf die richtige Sollbruchstelle.
  5. Den Startcheck des Piloten nicht stören!
  6. Der Pilot signalisiert mit Handzeichen oder deutlichem FERTIG seine
    Bereitschaft zum Einklinken.
  7. Du zeigst dem Pilot die Farbe der Sollbruchstelle und gehst an die
    Schwerpunktkupplung.
  8. Auf das Kommando AUS zieht der Pilot den gelben Ausklinkgriff und
    öffnet damit die Kupplung.
    Der Einklinker schiebt den kleinen Ring des Doppelringpaars am Vorseil in die Kupplung. Auf das Kommando EIN lässt der Pilot den Ausklinkgriff los und schließt damit die Kupplung. Jetzt sitzt der kleine Ring in der Kupplung fest.
    Alle Kommandos werden vom Piloten wiederholt.
  9. Zur Kontrolle ziehst du nun das Seil nach vorne straff.
 
 
 Vorbereitung zum Windenstart
 
SOLLBRUCHSTELLEN
Um Überlastungen zu vermeiden, verwenden wir zwischen dem Schlepp- seil und dem Segelflugzeug eine Sollbruchstelle. Bei zu großen Kräften bricht diese Sollbruchstelle.
Es gibt unterschiedliche Bruchlastgruppen in verschiedenen Farben. Im Flughandbuch des Segelflugzeugs steht, welche Sollbruchstelle beim Windenstart oder beim F-Schlepp benutzt werden muss.
 
Beispiele für den Windenstart:
 
Bruchlastgruppe Farbe Nennbruchlast (daN)
1 Schwarz 1000 (z.B. ASK 21)
2 Braun 850
3 Rot 750  (z.B. LS 4)
4 Blau 600  (z.B. ASK 23)
 
 
FLÄCHENHELFER
Er wartet, bis der Pilot seine Startbereitschaft signalisiert.
 
 
 "Fertig"
  1. Achte darauf, dass sicher gestartet werden kann. Die Startstrecke und der Luftraum über der Winde und dem Start müssen frei sein!
    Ist alles OK, halte die Tragfläche an der Flächenspitze waagerecht und strecke den anderen Arm hoch.
  2. Sobald das Windenseil straff ist, hältst du den Arm waagerecht.
  3. Das Flugzeug bewegt sich und du nimmst den Arm zügig nach unten. Wenn das Flugzeug beschleunigt, läufst du ein paar Schritte mit, ohne die Tragfläche zurückzuhalten oder nach vorne zu drücken und lässt rechtzeitig los.
STARTABBRUCH
Wenn es während des Straffziehens des Windenseils ein Problem gibt, muss mehrfach laut HALT STOPP gerufen werden und der Pilot sofort ausklinken.
 
EINKLINKEN BEIM F-SCHLEPP
Segelflugzeuge können von Motorflugzeugen, Motorseglern (TMG) und Ultraleichtflugzeugen (UL) geschleppt werden. Die korrekte Bezeichnung ist Luftfahrzeugschlepp. Umgangssprachlich wird diese Startart aber immer als F-Schlepp mit einem Schleppflugzeug bezeichnet.
Der Start erfolgt, wenn Schleppflugzeug und Segelflugzeug startbereit sind. Ein Segelflugzeug soll beim F-Schlepp grundsätzlich nur mittels Bugkupplung geschleppt werden. Der Gebrauch anderer Kupplungen richtet sich nach dem Flughandbuch.
Die Kommandos beim Einklinken sind die gleichen wie beim Windenstart.
 
Für die Verständigung mit dem Schlepppiloten sind Sprechfunkverbin- dung oder alternativ Winkzeichen mit der Hand oder mit Wink-Flaggen oder -Scheiben erforderlich. Falls mit Winker gestartet wird, steht dieser mit erforderlichem Abstand seitlich in Sicht des Schlepppiloten.
 
 
 
Beim F-Schlepp dauert es viel länger, das Segelflugzeug auf Geschwindigkeit zu bringen, als bei einem Windenstart. Der Flächenhelfer muss also länger und schneller mitlaufen.
 
  STARTABBRUCH
Auch beim F-Schlepp kann es einen Startabbruch geben, z. B. beim Überrollen des Schleppseils des Segelflugzeugs. Dann kreuzt der Winker sofort beide Arme und der Pilot des Segelflugzeugs klinkt aus. Bei Sprechfunkverbindung heißt das entsprechende Kommando mehrmals HALT STOPP.
 
1.4 WINDENSEILE AUSZIEHEN
Erst wenn du dich besser beim Segelflugbetrieb auskennst, fährst du ein paarmal mit dem Seilrückholer mit, um dir das Ausziehen des Winden- seils zeigen zu lassen. Bleibe immer in der Kabine; dort bist du gegen abreißende oder abfallende Seile geschützt. Das gleiche gilt auch für den Aufenthalt auf der Startwinde.
 
 
1.5 STARTSCHREIBER
Jeder Flug wird in einer Startliste eingetragen. Was darin notiert werden muss, erkennst du anhand der Liste.
 
1.6 WETTER AM FLUGPLATZ
Nach einiger Zeit unter Segelfliegern lernst du einiges vom Wetter. Anfangs beurteilst du gemeinsam mit dem Fluglehrer, ob die Wetterbedingungen einen Segelflugbetrieb zulassen.
 
Bei Regen wird nicht geflogen. Ein einzelner Schauer macht nichts aus, aber bei Gewittern wird das Segelfliegen rechtzeitig beendet.
 
Wettervorhersagen für den Luftsport findest du im Internet beim Deutschen Wetterdienst (DWD).

 

www.dwd.de

Fachnutzer > Luftfahrt > Flugwetterprodukte

1.7 MEDIKAMENTE
Medikamente können deine Flugtauglichkeit einschränken. Dein Fliegerarzt kann dir darüber Auskunft geben.
 

Der I’M SAFE Scheck 

         Du fliegst nicht:
  Illness
  • bei Erkältung und anderen Erkrankungen
M   Medicine   
  • nach Einnahme von Medikamenten, die die Flugtauglichkeit einschränken; dazu gehört z.B. auch die Betäubungsspritze beim Zahnarzt
S   Stress
  • bei Stress oder Emotionen
A   Alcohol
  • unter Alkohol- oder Drogeneinfluss
F   Fatigue
  • wenn du müde oder erschöpft bist
E   Eating
  • wenn du zu wenig (oder auch zu viel) gegessen oder getrunken hast
 
 
SONNENBRILLE, SONNENHUT, GETRÄNKE
Es ist wichtig, während des ganzen Tages auf dem Flugplatz in guter Kondition zu bleiben. Trinke genügend Wasser, vor allem an warmen Tagen.
Trage eine gute Sonnenbrille. Die Sonne blendet stark.
Trage immer deinen Fliegerhut. Dieser ist normalerweise weiß; vorne im Doppelsitzer kannst du einen dunkleren nehmen. Der spiegelt sich weniger in der Haube und der Fluglehrer hat vom hinteren Sitz eine bessere Sicht. Das Sonnenbad am Start ist vielleicht ganz schön, kann aber auch gefährlich werden. Halte deinen Oberkörper bedeckt; freie Körperteile unbedingt mit Sonnenschutz eincremen. Die Flugzeughaube schützt nicht gegen UV-Strahlung. Setze dich nach einem Sonnenbad nicht sofort zum Fliegen ins Flugzeug. Wenn du bei sehr heißem Wetter im Segelflugzeug
sitzt und auf das Einklinken warten musst, halte die Haube offen, solange noch nicht eingeklinkt ist. Die Temperatur steigt in einem stehenden Segelflugzeug bei geschlossener Haube sehr schnell an.
 
1.8 DOKUMENTE
 
Bringe immer deine Dokumente mit zum Start. Das sind: 

   ➢  dein Flugbuch
   ➢  dein Ausbildungsnachweis
   ➢  dein gültiges Medical, falls bereits vorhanden
 
1.9 AUFBAU EINES SEGELFLUGZEUGES
Hier ist die Zeichnung eines modernen Kunststoff-Doppelsitzers. Dieses Flugzeug ist das Ergebnis der Flugzeugbaukunst von vielen Jahren.

Kunststoffdoppelsitzer 
Schleppkupplungen
An der Nase des Rumpfes ist die Öffnung für die Bugkupplung, die wir beim F-Schlepp benutzen. Wenn du im Cockpit am gelben Griff ziehst, dann öffnet sich die Kupplung. An der Unterseite des Rumpfes ist die Schwerpunktkupplung, die wir beim Windenstart benutzen.
 
 Die Schleppkupplungen
COCKPITHAUBEN
Verschmutzte Hauben reinigst du mit einem geeigneten Schwamm und viel Wasser. Diesen Schwamm benutzt du nur für die Hauben und sorgst dafür, dass er sauber bleibt. Wenn du mit einem schmutzigen oder trockenen Tuch putzt, dann verkratzen die Hauben.
Am Schiebefenster ist die Haube besonders empfindlich.
Die Schleppkupplung darf niemals durch das Schiebefenster sondern nur bei geöffneter Haube entriegelt werden.
Das Öffnen der Schleppkupplung durch das Schiebefenster hat schon manche Haube beschädigt. Die Haube hebst du an einem Griff oder am stabilen unteren Rand an, aber niemals am Rand des Fensters.
 
FAHRWERK
Schulungsdoppelsitzer haben oft ein Bugrad, ein Hauptrad und ein Spornrad. Wenn du dich vorne hineinsetzt, dann senkt sich das Flugzeug auf das Bugrad und der Sporn hebt sich vom Boden.
Bei der Landung setzt das Flugzeug mit dem Haupt- und Spornrad gleichzeitig auf dem Boden auf. Beim Weiterrollen und abnehmender Roll- geschwindigkeit senkt sich das Bugrad wieder auf den Boden.
 
TRAGFLÄCHEN
Moderne Segelflugzeuge sind aus Kunststoff. In den Tragflächen sind kräftige Holme, deren Stummel in den Rumpf hineinragen. Im Rumpf werden beide Tragflächen sowohl miteinander als auch mit dem Rumpf fest verbunden.
Die Flächennase ist recht dick und kräftig, die Hinterkante ist dünn und empfindlich. Wenn du die Ober- und Unterseiten betrachtest, dann siehst du, dass die Unterseite recht flach und die Oberseite deutlich nach oben gewölbt ist.
 
 Die Tragfläche mit Kastenholm
 
Die Ruder und Luftbremsen eines Segelflugzeuges 
 
LEITWERK
Das Heck des Flugzeugs besteht aus einem horizontalen und einem vertikalen Teil. Der horizontale Teil ist das Höhenleitwerk und besteht aus der festen Höhenflosse und dem beweglichen Höhenruder.
Der vertikale Teil ist das Seitenleitwerk, das aus der unbeweglichen Seitenflosse und dem beweglichen Seitenruder besteht.
 
HÖHENRUDER
Die Bedienung des Höhenruders erfolgt mit dem Steuerknüppel, den du mit deiner Hand bewegst. Drückst du nach vorne, schlägt das Ruder nach unten aus, die Nase des Flugzeugs senkt sich, und du wirst schneller. Ziehst du den Steuer- knüppel nach hinten, hebt sich die Flugzeugnase, und du wirst langsamer.

 

SEITENRUDER
Dieses betätigst du mit den Füßen. Trittst du in das rechte Seitenruderpedal, schlägt das Seitenruder nach rechts aus und die Flugzeugnase dreht sich nach rechts. Trittst du in das linke Pedal erfolgt eine Drehung nach links. So kannst du zusammen mit dem Querruder eine Kurve fliegen.

QUERRUDER
Sie sind außen an den Hinterkanten der Tragflächen angebracht. Bewegst du den Steuerknüppel nach rechts, schlagen das rechte Querruder nach oben und das linke nach unten aus. Dadurch nimmst du die gewünschte Querneigung nach rechts ein. Das ist für eine ‘saubere’ Kurve erforderlich. Querruder schlagen immer gegensinnig aus.

 

LUFTBREMSEN
Die Luftbremsen benutzt du bei der Landung. Sie wirken gleichzeitig an beiden Seiten, vergrößern den Luftwiderstand und stören den Auftrieb. Dadurch sinkst du schneller. Bei der Landung kannst du so den Aufsetzpunkt ansteuern.

  
DAS COCKPIT
 
 Das Segelflugzeugcockpit
 
1.Hauben-/Schiebefenster
2. Haubenverriegelung (weiß)
3. Luftbremsen blau
4. Trimmung grün
5. Steuerknüppel
6. Haubennotabwurf (rot)
7. Mikrofon
8. Haubenfaden
9. Flarm
10. Lüftung
11. Seitenruderpedaleinstellung
12. Fahrtmesser
13. Höhenmesser
14. Variometer

15. Kompass
16. Funkgerät
17. Transponder
18. Ausklinkgriff (gelb)
19. Seitenruderpedale
20. Hauptschalter

21. Seitentasche

 

 
Die Bedienhebel und -griffe können je nach Segelflugzeugtyp unterschiedlich geformt und angeordnet sein. Die Farbe ist vorgeschrieben und immer gleich.
 
INSTRUMENTE
Hier wird die Wirkungsweise der Instrumente auf einfache Weise erklärt:
 
Fahrtmesser zeigt die Geschwindigkeit gegenüber der Luft an, nicht gegenüber dem Boden, über den du gerade fliegst. Wenn wir gegen den Wind
fliegen und der Fahrtmesser zeigt z. B.
85 km/h an, dann ist das die Geschwindigkeit
gegenüber der umgebenden Luft. Die Geschwindigkeit gegenüber dem Boden ist in diesem Fall kleiner.
Auf dem Fahrtmesser siehst du Farbmarkierungen:
 

1 Grüner Bogen: Normaler Geschwindigkeitsbereich
2 Gelber Bogen: Vorsichtsbereich – meiden bei starker Turbulenz, keine vollen Ruderausschläge
3 Roter Strich: Höchstgeschwindigkeit, die du niemals überschreiten darfst
4 Gelbes Dreieck: Landeanfluggeschwindigkeit bei ruhiger Luft

 

 
Der Höhenmesser arbeitet wie ein Barometer: Je höher du kommst, desto geringer wird der Luftdruck. Er zeigt die zum eingestellten Luftdruck gehörende Höhe in Metern an. Mit dem Drehknopf links unten wird der Höhenmesser vor dem Start normalerweise auf Platzhöhe (QNH) eingestellt. (Im Bild werden 620 m angezeigt.)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Die Variometer zeigen an, ob das Flugzeug steigt oder sinkt. Sie reagieren auf den sich ändernden Luftdruck. Zeiger nach oben zeigen Steigen an, Zeiger nach unten bedeuten Sinken. 
 
 
Links ist ein mechanisches Variometer mit McCready-Ring (Sehe 4.19B), rechts ein elektronisches Variometer mit akustischem Signal. Beide Variometer zeigen ca. 1,2 m/sec Steigen an.
 
 
Der Kompass zeigt die Richtung des Flugzeugs an.

360° oder 0° ist Nord,
90° ist Ost,
180° ist Süd und
270° ist West.
 
Dieser Kompass zeigt 284° an.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Das Funkgerät benutzt du zur Sprech- funkverbindung mit der Bodenstation oder mit anderen Flugzeugen. Es ist auf eine fest- gelegte Frequenz eingestellt, hier
123.355 MHz. Sobald du die Sendetaste drückst, funktioniert das Mikrofon und du sendest. Mit einem Funkgerät kannst du immer nur entweder empfangen (hören), oder senden (sprechen). Nie beides gleichzeitig. Solange du sendest, kannst du nicht hören, ob andere etwas sagen.
 
 
 
 
 
 
 
 

Der Haubenfaden zeigt an, wie das Flugzeug von der Luft angeströmt wird. Wenn der Faden gerade auf dich zeigt, dann ist der Luftwiderstand am geringsten und du verlierst am wenigsten Höhe.

 

 

 

Fliegst du schiebend, z. B. mit der Nase nach links, dann weht der Faden nach links und der Widerstand erhöht sich und dein Segelflugzeug sinkt stärker.

 
 
 Der Transponder ssendet einen Code. So können die Luftverkehrskontrolle oder andere Flugzeuge die Position und Höhe deines Flugzeugs feststellen. Für Flüge nach Sicht- flugregeln (VFR) wird der Transpondercode normalerweise auf 7000 eingestellt.
In Deutschland existiert keine generelle Transponderpflicht für Segelflugzeuge.
 

 

 

 

 

 

 

 
 
Das FLARM ist ein Kollisionswarngerät, das in den meisten Segelflug- zeugen Verwendung findet. Es bleibt immer eingeschaltet. Wichtig, es ist kein Ersatz für die Luftraumbeobachtung. Das Gerät besteht aus einem Empfänger, der die Position
anderer Flugzeuge mit FLARM anzeigt und einem Sender, der anderen FLARM-Empfängern die eigene Position mitteilt. Am Display kannst du ablesen, wo sich das nächste Flugzeug in der Umgebung befindet. Außerdem gibt es noch eine akustische Warnung. Lasse dich nicht vom Blinken und Piepsen von der Luftraumbeobachtung ablenken!
 
 
 
Die Instrumente zeigen folgendes an: das Flugzeug fliegt mit einer Geschwindigkeit von 90 km/h in 560 m Höhe, weder steigt es noch sinkt es. Das FLARM-Instrument oben auf dem Instrumentenbrett sendet die eigene Position, empfängt die Position anderer Flugzeuge und ist eine Hilfe zur Kollisionswarnung.