4.17 LANDUNG BEI STARKEM WIND

  • Stärkerer Wind nimmt in Bodennähe oft ab (Windgradient)
  • bei Landungen über oder neben Hindernissen (Baumreihen, Flugzeughallen) ist mit starken Turbulenzen oder plötzlicher Windstille zu rechnen
  • somit ist eine höhere Anfluggeschwindigkeit nötig; diese muss überwacht werden
  • nicht mit voll ausgefahrenen Luftbremsen anfliegen und abfangen
  • nicht zu hoch ausrunden.

Eine Landung bei stärkerem Wind verläuft anders als bei normalen Windverhältnissen. Den Gegenanflug fliegst du wie gewohnt. Durch den starken Rückenwind ist die Geschwindigkeit über Grund aber viel höher. Die Position und der Zeitpunkt zum Eindrehen in den Queranflug werden dadurch viel schneller und auch höher als gewohnt erreicht. Nach dem Eindrehen in den Endanflug fliegst du gegen den Wind und hast eine geringere Geschwindigkeit über Grund.

Um deine Reichweite zu optimieren, ist die Erhöhung deiner Fluggeschwindigkeit erforderlich, also Flugzeugnase runter. Die Nase gefühlsmäßig hoch zu nehmen, um damit den Gleitpfad zu strecken, führt wegen des starken Gegenwindes nicht zum gewünschten Erfolg.

 Turbulenzen
 

TURBULENZEN
Landest du über Hindernissen oder stehen an der Windseite Gebäude, hohe Bäume oder Büsche, musst du mit starken Turbulenzen rechnen. Die Windgeschwindigkeit kann hier stark variieren. Daher ist es wichtig, die Landeanfluggeschwindigkeit zu erhöhen und gut zu kontrollieren, denn im Lee nimmt die Geschwindigkeit häufig abrupt ab.

WINDGRADIENT
In 100 m Höhe kann der Wind deutlich stärker sein als unmittelbar am Boden. Die Windgeschwindigkeit nimmt ab, weil du dich dem Boden annäherst und der Wind durch den Boden abgebremst wird. Dadurch entsteht ein Windgradient. Das bedeutet, dass deine Fluggeschwindigkeit im letzten Teil deines Landeanfluges durch den geringer werdenden Gegen- wind abnimmt. Dies ist am Fahrtmesser zu beobachten, der immer die Geschwindigkeit gegenüber der Luft und nicht gegenüber dem Boden anzeigt.
Um die Geschwindigkeitsabnahme zum Boden hin zu berücksichtigen, ist bei stärkerem Wind die Landeanfluggeschwindigkeit zu erhöhen. Dies musst du auch verstärkt kontrollieren.
Bei höheren Windgeschwindigkeiten fliegst du in der Regel nicht mit voll ausgefahrenen Luftbremsen an, weil dadurch der Endanflug sehr steil verlaufen würde. Außerdem wären das Ausrunden und Abfangen dadurch erschwert.

 
 

Auf der Zeichnung siehst du:

1 Windgradient;
2 Endanflug mit richtiger Geschwindigkeit;
3 Endanflug mit folgenden Fehlern:

  • zu geringe Fahrt;
  • Fahrtenmesser nicht beachtet;
  • zu hoch mit dem Ausrunden begonnen.