4.7 KURVENFLUG

ROLLÜBUNGEN ALS VORBEREITUNG DES KURVENFLUGS
Du lernst die Koordination von Quer‐und Seitenruder, und dass du Quer‐ und Seitenruder immer gleichzeitig und gleichsinnig betätigen musst. Bei Rollübungen übst du das koordinierte Steuern. Das Segelflugzeug soll sich dabei nur um die Längsachse bewegen. Du kennst schon das negative Wendemoment beim Querruderausschlag. Beim Rollen um die Längsachse musst du deshalb gleichzeitig mit dem Querruder auch das Seitenruder benutzen, um das negative Wendemoment zu korrigieren. Zum Üben fängst du mit einer geringen Querneigung von ca. 20° an. Setze dich mittig und sorge dafür, dass du den Steuerknüppel frei bewegen kannst. Bei dieser Übung fliegst du auf einen Richtungspunkt am Horizont zu. Der Fluglehrer fängt mit der Rollübung an. Du fliegst die Übung nach und bekommst dadurch ein Gefühl für die Größe der Ruderausschläge und der Ruderkräfte. Diese Übung ist anfangs nicht einfach. Wenn es nicht sofort gelingt, übst du weiter.
Du lernst in deiner Ausbildung korrekte Kurven mit gleichbleibender Querneigung und Geschwindigkeit zu fliegen.
Im Kurvenflug sind vorrangig:

   ➢  Luftraumbeobachtung
   ➢  Koordination aller drei Ruder
   ➢  Horizont
   ➢  Konstanz von Querneigung, Flug- und Drehgeschwindigkeit

ERST DEN LUFTRAUM BEOBACHTEN UND DANN DIE KURVE EINLEITEN
Eine gute Luftraumbeobachtung ist äußerst wichtig. Gewöhne dich daran, regelmäßig von der einen zur anderen Seite zu schauen. Nenne dem Fluglehrer die Flugzeuge, die du siehst. Für eine Kurve nach links suchst du erst den Luftraum auf der Höhe des Horizonts von rechts nach links ab. Dazu drehst du deinen Kopf und sagst den freien Luftraum an. Ist der Luftraum frei, schaust du wieder nach vorne zum Horizont und leitest die Kurve ein. Also: Erst schauen und dann einleiten!
Im Kurvenflug schaust du immer wieder kurz in die Kurvenrichtung. Du durchfliegst nämlich nach einigen Sekunden einen Luftraum, den du vorher noch nicht einsehen konntest.

EINLEITEN DER KURVE
Die ersten Kurven fliegst du mit einer Querneigung bis etwa 30°. Das Einleiten beginnt mit abgestimmten Quer- und Seitenruderausschlägen, gleichzeitig und gleichsinnig in Kurvenrichtung. Ist die gewünschte Querneigung erreicht, werden Quer- und Seitenruder in die Neutralstellung zurückgenommen. Im Kurvenflug hat das Flugzeug die Tendenz, die Nase zu senken und schneller zu werden. Dies verhinderst du durch leichtes Ziehen. Der schnellere Außenflügel liefert mehr Auftrieb. Die Querneigung würde zunehmen. Dies verhinderst du durch leichtes Gegenquerruder. Durch einen geringen Ausschlag des Seitenruders in Kurvenrichtung wird die korrekte Drehgeschwindigkeit eingestellt.

GLEICHBLEIBENDER KURVENFLUG / KONSTANTE FAHRT
Versuche mit gleichbleibender Querneigung weiter zu kreisen. Überprüfe regelmäßig dein Horizontbild und halte Ausschau nach anderen Flugzeugen. Wirf nur ab und zu einen Blick auf die Instrumente. Sofern du mit konstanter Flug- und Drehgeschwindigkeit bei gleichbleibender Querneigung fliegst, zeigt der Faden auf dich.

Beim Geradeausflug siehst du den Horizont als horizontale Linie. Wenn du eine Kurve fliegst, siehst du den Horizont als schräge Linie. Wenn die Lage dieser Linie gleich bleibt, hälst du Querneigung, Fluggeschwindigkeit und Drehgeschwindigkeit konstant. 

AUSLEITEN DER KURVE
Du blickst zuerst in die beabsichtigte Flugrichtung und merkst dir einen Richtungspunkt. Ist der Luftraum frei, leitest du mit gleichzeitigem und gleichsinnigen Quer- und Seitenruderausschlag entgegen der Kurvenrichtung aus. Du lässt den Steuerknüppel nach um die richtige Fahrt einzunehmen.